Sommerfest (Juni 2026)



War Kleist Feminist? (April 2026)
„Der Krug ist zerbrochen, doch wir sind Stück für Stück dabei, ihn zusammenzusetzen!“ – Mit dieser Aussage meint Livo, gespielt von Yasmina Hempel, dass Frauen sich nach jahrelanger Unterdrückung ihre Rechte Stück für Stück erkämpfen. Genau um diesen Kampf geht es im Lustspiel „Der zerbrochene Krug“, welches am 23.04.2026 im Theater Strahl am Ostkreuz mit dem modifizierten Titel „Krug. Zerbrochen“ aufgeführt wurde. Gespielt wurde das Stück von Yasmina Hempel, Jan Jaroszek, Matthias Kelle und einer Schauspielerin, die für Anja Kunzmann eingesprungen ist. Die Regie führten Anna Vera Kelle und ihre Assistentin Leonie Hanna Kapineck. Das Stück ging von 18:00 Uhr bis ca. 19:30 Uhr; danach gab es die Möglichkeit, mit den Schauspieler*innen ins Gespräch zu kommen.


Meine Faszination gilt vor allem der Umsetzung des gesamten Stückes. Die gezielte Verwendung von Musik, Mikrofon, Stimme und Farbe hat Akzente gesetzt, die durch diese Mittel spürbar wurden. Außerdem bewundere ich zutiefst, dass die Schauspieler*innen es geschafft haben, ein ernstes Thema auf die Bühne zu bringen und das Publikum trotzdem zum Schmunzeln zu bringen. Positiv überrascht haben mich zudem die moderne Umsetzung des Lustspiels und der Exkurs zu Kleist selbst mit Fokus auf sein Werk „Penthesilea“. In diesem geht es um eine emanzipierte, kämpferische Frau, die eine komplett andere Position einnimmt als Eve im „Zerbrochenen Krug“. Besonders beeindruckt hat mich Livo, gespielt von Yasmina Hempel, da sie eine sehr starke und feministische Frau verkörpert, die nicht auf Lügen und Manipulationen hereinfällt, am Ende jedoch selbst Opfer sexueller Gewalt wird. Die Szene des Übergriffs ist mir besonders im Gedächtnis geblieben, da sie sehr nah am Buch und trotzdem ganz eigenständig war. Diese Szene hat, wie ich finde, die Angst jeder Frau sehr gut verkörpert und auf den Punkt gebracht. Das gesamte Bühnenbild und auch die Kostüme waren in den Farben Rot, Schwarz, Weiß und Grau gehalten, was eine düstere Wirkung auf mich als Zuschauer hatte. Besonders verwundert hat mich zu Beginn der Bademeisterstuhl; auch zum Schluss hatte sich mir seine Funktion noch nicht komplett erschlossen, aber er hat ins Gesamtbild gepasst.


Zusammenfassend war dies ein sehr gelungenes Theatererlebnis mit Aktualitätsbezug und viel Fantasie, weshalb ich Ihnen unbedingt empfehle, sich das Stück selbst anzuschauen. Denn vielleicht finden auch Sie die Parallelen zu Kleist und können für sich beantworten, ob er ein Feminist war.
Von Mascha
Wenn Theater Wirklichkeit widerspiegelt (März 2026)
Ein Mittwochnachmittag, an dem unsere Bühne mehr wurde als nur ein Ort zum Spielen: Am 18.03.2026 um 16:15 Uhr verwandelte sich die Aula des Max-Planck-Gymnasiums Berlin im Rahmen von „Max Planck genießt“ in einen Raum, in dem Freiheit auf Zwang traf, Hoffnung in Enttäuschung umschlug und Identität immer wieder infrage gestellt wurde. Bilder und Szenen mit roten Perücken und zerrissenen Wirklichkeiten prägten die Inszenierung des Stücks „Prinz:in 2.0“, das vom gemeinsamen Grundkurs Theater Q1/Q3 aufgeführt wurde.
Unser Stück ist an „Der kleine Prinz“ angelehnt; wir haben einzelne Ideen übernommen, diese aber auf unsere eigene, moderne Art mit persönlichen Gedanken umgesetzt. Schon im Prolog entstand ein eindrucksvolles Bühnenbild: Eine Reihe von Darstellern lief mit geöffneten Regenschirmen in gleichmäßigem Tempo über die Bühne, während sich eine zweite Gruppe ohne Schirme in Zeitlupe bewegte. Während sich diese Abläufe wiederholten, konnten sich die Q3-Schüler frei auf der Bühne bewegen und durch das Vorlesen eines Zeitungsartikels einführen.
In der ersten Szene stand das Thema Macht im Mittelpunkt. Ein König saß zentral auf der Bühne, umgeben von knienden Untertanen, die ihn mit Rufen wie „Hoch lebe der König“, „America First“ und „Gepriesen sein unser Herrscher“ feierten. Durch die Darstellung verschiedener Herrscherfiguren wurde der Prinz-Darstellerin hier deutlich, wie Macht missbraucht werden kann und wie stark Menschen sich Autoritäten unterordnen. Darauf folgte eine Szene aus der Arbeitswelt: Mehrere Darsteller saßen gestresst an Computern, während die Prinz-Darstellerin, erkennbar an der roten Perücke, versuchte, sie aus diesem Kreislauf zu lösen. Dies machte den enormen Druck und die Abhängigkeit von der Arbeit spürbar. In einer anschließenden Spiegelszene verlangte eine Figur Bewunderung für ihr Äußeres, woraufhin die dritten Prinz-Darstellerin die Bedeutung innerer Werte hervorhob und gesellschaftliche Schönheitsideale hinterfragte. Auch die Szene mit dem Säufer, der seine Probleme durch Alkohol verdrängte, zeigte der vierten Prinz-Darstellerin eindrücklich, wie schwer es ist, sich aus inneren Gefängnissen zu befreien. Emotional wurde es bei der Darstellung einer Mutter-Kind-Beziehung: Das Kind suchte verzweifelt Aufmerksamkeit zu erhalten, während die Mutter durch ihre Arbeit überfordert war und verletzend reagierte, bevor es am Ende zur Versöhnung kam. Weitere Szenen vertieften diese gesellschaftlichen Beobachtungen: In einer Bar wurde der Druck thematisiert, durch Erfolge glänzen zu müssen, während in einem Dialog zwischen einem Optimisten und einem Pessimisten die Macht der eigenen Einstellung deutlich wurde. Auch das Thema Liebe wurde aufgegriffen: Eine Figur lehnte diese zunächst strikt ab und blieb trotz kurzer Zweifel bei ihrer Haltung. Schließlich wurde die Nutzung sozialer Medien kritisch beleuchtet, indem eine vollkommen auf ihr Handy fixierte Person die reale Welt kaum noch wahrnahm.
Im Epilog kamen alle Darsteller mit roten Perücken nach vorne und sprachen gemeinsam: „Wir lassen los, was wir eben noch waren, nur im Herzen lässt sich das Glück bewahren.“ Dieses Schlussbild wirkte ruhig und brachte die Themen auf den Punkt.
Die Gestaltung der Inszenierung unterstützte diese Wirkung. Die Kostüme waren schlicht gehalten, damit das Geschehen im Mittelpunkt stand, wobei die rote Perücke des Prinzen als roter Faden durch das gesamte Stück diente. Statt eines klassischen Bühnenbildes arbeiteten wir mit wechselnden Raumkonstellationen und sparsamen Requisiten. Die Technik setzte Akzente durch Musik und Licht, insbesondere durch das Stück „Comptine d’un autre été, l’après-midi“ von Yann Tiersen und eine Diskokugel, die im Epilog eine besondere Atmosphäre erzeugte.
Und was war am besten? „Mein schönster Moment war direkt nach unserer Aufführung“, erinnert sich Sophie. „Wir haben Applaus bekommen und sind danach hinter die Bühne gegangen, um gemeinsam zu jubeln. In diesem Moment spürten wir, dass sich die ganze Arbeit gelohnt hat.“ Lili betont das besondere Gefühl kurz vor dem Auftritt: „Es war eine Mischung aus Aufregung und Vorfreude, das zu präsentieren, woran wir so lange gearbeitet haben.“ Die Reaktionen des Publikums waren durchweg positiv. Eltern, Freunde und Lehrkräfte lobten die Unterschiedlichkeit der Szenen und die tiefere Bedeutung des selbst entwickelten Stücks. Insgesamt war die Aufführung für uns eine sehr besondere Erfahrung, an die wir uns noch lange erinnern werden.
Von Lili und Sophie

Zwischen Bühne und See – Drei Tage, die unser Stück verändert haben (März 2026)
Vom 4. bis zum 6. März war der DS-Kurs des Max-Planck-Gymnasiums gemeinsam auf Theaterfahrt in Wandlitz. Eigentlich ging es in diesen drei Tagen vor allem darum, intensiv an unserem Theaterstück zu arbeiten und die Szenen weiterzuentwickeln. Gleichzeitig wurde aber schnell klar, dass die Fahrt nicht nur aus Proben bestehen würde. Zwischen langen Tagen voller Theaterarbeit, gemeinsamen Abenden und vielen Gesprächen entwickelte sich nicht nur unser Stück weiter, sondern auch die Stimmung innerhalb der Gruppe.

Die gemeinsame Anreise am Mittwoch verlief entspannt. Mit der Bahn machten wir uns morgens auf den Weg nach Wandlitz und kamen dort gegen Mittag an. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen und zusammen gegessen hatten, ging es auch schon direkt mit den ersten Proben los. Vor allem der erste Tag war ziemlich intensiv, weil viele Szenen noch einmal komplett überarbeitet werden mussten. Dialoge wurden verändert, Bewegungen angepasst und Rollen weiter ausgearbeitet. „Alle haben zusammengearbeitet, um gegenseitig mehrere Szenen zu verbessern“ (Zeinab). Besonders auffällig war, dass nicht nur die Hauptrollen im Mittelpunkt standen, sondern auch kleinere Rollen mehr Aufmerksamkeit bekamen. Dadurch wirkten die Szenen insgesamt lebendiger und deutlich stimmiger.
Trotzdem bestand die Fahrt nicht die ganze Zeit nur aus Proben. Zwischendurch blieb immer wieder Zeit für Gespräche, gemeinsames Essen oder kurze Spaziergänge am See. Gerade diese Momente sorgten dafür, dass die Stimmung innerhalb der Gruppe immer entspannter wurde. Viele hatten vorher erwartet, dass die Fahrt fast nur aus Arbeit bestehen würde, am Ende fühlte es sich aber deutlich ausgeglichener an.

Am Abend spielten wir dann in zwei Gruppen „Let’s talk about …“. Dabei diskutierten wir über verschiedene Aussagen und ordneten sie Kategorien wie „lustig“, „problematisch“ oder „diskriminierend“ zu. Das Spiel war teilweise ernst, oft aber auch echt lustig. Gleichzeitig entstanden viele Gespräche, die man im normalen Schulalltag wahrscheinlich nie geführt hätte. „Ich fande diese Gespräche sehr interessant“ (Léanne). Gerade dadurch lernten sich viele noch einmal auf einer ganz anderen Ebene kennen.
Der Donnerstag begann mit einem Warm-up, bevor die Proben direkt weitergingen. Im Vergleich zum ersten Tag lag der Fokus diesmal stärker auf dem Zusammenspiel der einzelnen Szenen und ihrer Wirkung auf das Publikum. Vor allem in kleineren Gruppen wurde intensiv gearbeitet, viel ausprobiert und gegenseitig Feedback gegeben. Dabei halfen auch die Rückmeldungen von Frau van der Meij, die einen neuen Blick auf unsere Szenen mitbrachte und „uns zusätzliche Tipps zur Darstellung und Bühnenwirkung gegeben hat“ (Rijalda).
Am Nachmittag hatten wir dann zum ersten Mal etwas länger Freizeit. Viele nutzten die Zeit für Spaziergänge am See, andere saßen gemeinsam auf den Zimmern oder fuhren zusammen in einen anderen Ort. Gerade diese ruhigen Momente zwischendurch machten deutlich, wie eng die Gruppe inzwischen zusammengewachsen war und wie locker die Stimmung geworden ist.
Ein echtes Highlight war für viele der gemeinsame Filmabend. Zusammen haben wir „Romeo und Julia“ mit Snacks, Kissen und gedimmtem Licht geguckt. „Dabei haben wir natürlich nicht nur ruhig geschaut, sondern auch kommentiert und gelacht, was den Abend ziemlich lustig gemacht hat“ (Dina). Dadurch entstand eine gemütliche Atmosphäre, welche entspannt und an manchen Stellen auch emotional war.
Auch bei unserem Theaterstück war die Veränderung am Ende deutlich sichtbar. Szenen, die vorher noch unfertig oder unsicher wirkten, bekamen mehr Ausdruck und Energie. „Auch auf der Bühne sind viele selbstbewusster geworden“ (Hajar Affi). Durch die intensiven Proben fühlten sich die Meisten sicherer in ihren Rollen und trauten sich mehr, ihre Emotionen zu zeigen. Besonders wichtig war dabei das ehrliche Feedback innerhalb der Gruppe. Genau dadurch entwickelte sich nicht nur das Stück weiter, sondern auch das Vertrauen untereinander.

Neben den Proben war es vor allem das Gemeinschaftsgefühl, dass die Fahrt so besonders gemacht hat. Durch die gemeinsamen Tage entstanden neue Gespräche, Freundschaften und viele lernten sich noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen. Dieses Vertrauen und die entspanntere Stimmung innerhalb der Gruppe hat man später auch auf der Bühne gemerkt.
Ein großer Dank gilt deshalb Frau Berndt, die die gesamte Fahrt organisiert und begleitet hat. Sie war die ganze Zeit ansprechbar und unterstützte uns sowohl bei den Proben, als auch außerhalb davon. Auch Musik und Technik trugen dazu bei, viele Szenen stärker wirken zu lassen und die Atmosphäre des Stücks besser rüberzubringen.
Am Ende waren sich alle einig, dass die Theaterfahrt nach Wandlitz nicht nur wichtig für unser Stück war, sondern auch für uns als Gruppe. In diesen drei Tagen hat sich nicht nur das Theaterstück verändert, sondern auch die Art, wie wir zusammenarbeiten. Genau das machte die Fahrt am Ende so besonders.
Von Lili und Sophie
Zwischen Lampenfieber und Applaus – unser Theaterfestival (Februar 2026)
Licht an, Musik ein, letzter Blick hinter die Bühne. Mit viel Aufregung, Vorfreude und intensiver Vorbereitung nahm unser Theaterkurs am Theaterfestival im Otto-Nagel-Gymnasium teil. Nach der Ton-, Licht- und Generalprobe am 09. Februar folgte die Aufführung am 16. Februar, sowie schließlich die Preisverleihung am 18. Februar. Die anderthalb Wochen waren geprägt von Konzentration, Teamarbeit, neuen Erfahrungen und vielen besonderen Momenten.
Schon bei den Vorbereitungen wurde deutlich, wie viel Arbeit hinter einer Theaterproduktion steckt. Die Proben fanden oft nach langen Schultagen statt und verlangten von allen viel Durchhaltevermögen. Léanne berichtete, dass die Proben teilweise anstrengend gewesen seien, es aber „toll zu sehen“ gewesen sei, „dass wir mit jeder Probe Fortschritte gemacht haben“. Auch Marie beschrieb, dass anfangs noch nicht alle Übergänge rund liefen, sich aber zeigte, dass „mit jeder Probe alles besser und sicherer wurde“.

Die Generalprobe am Otto-Nagel-Gymnasium war für viele ein wichtiger Wendepunkt. Obwohl die Bühne kleiner war als die unserer Schule, beeindruckte die professionelle Licht- und Tontechnik viele von uns. Léanne erinnerte sich besonders daran, dass „die technische Ausstattung super“ gewesen sei. Gleichzeitig mussten wir uns an die neue Bühne, andere Wege im Off und die besonderen Bedingungen vor Ort gewöhnen. Dennoch funktionierte die Zusammenarbeit auf und hinter der Bühne sehr gut.
Besonders deutlich wurde während des Festivals, wie sehr die Gruppe zusammengewachsen ist. Dina berichtete, dass „wir noch mehr zusammengewachsen“ seien und uns gegenseitig unterstützt hätten. Auch Hajar beschrieb, dass sie während der Aufführung „eine Teamzugehörigkeit“ gespürt habe. Rijalda bezeichnete das Gemeinschaftsgefühl sogar als eines ihrer „größten Highlights“. Gerade in stressigen Momenten zeigte sich, wie wichtig gegenseitige Unterstützung und Vertrauen sind.
Die Aufführung selbst verlief sehr konzentriert und erfolgreich. Besonders gelobt wurden die starken Bilder, die auf der Bühne entstanden. Eindrucksvoll war beispielsweise die Szene von Seonag und Stella, in der sich mehrere Menschenkreise in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Richtungen bewegten und dadurch ein fast spiralförmiges Bühnenbild entstand. Auch die Computerszene mit Léanne, Alisa und Ajan wurde hervorgehoben, da die Komparsinnen und Komparsen durch ihre Anordnung ein starkes Gesamtbild erzeugten. Ebenso sorgte die Königsszene zu Beginn für einen wirkungsvollen Auftakt.
Neben den Bildern auf der Bühne spielten auch Geräusche, Musik und Licht eine wichtige Rolle. Besonders das Flüstern im Off während der Szene von Dina und Sophie, sowie die Klangmomente im Prolog, sorgten für eine magische Atmosphäre. Léanne beschrieb den Prolog als ihren persönlichen Lieblingsmoment, weil dort „fast alle gemeinsam auf der Bühne standen und gut aufeinander geachtet haben“.
Vor der Premiere war die Nervosität bei vielen deutlich spürbar. Henriette beschrieb die Zeit vor ihrem Auftritt als eine Mischung aus „Nervosität, Vorfreude und Angst“. Doch sobald die Aufführung begann, wandelte sich die Anspannung in Konzentration. Dina erinnerte sich: „Sobald wir auf der Bühne standen und die ersten Szenen gespielt haben, wurde ich ruhiger.“ Auch Rijalda schilderte einen ähnlichen Moment: „Plötzlich konnte ich alles. Die Nervosität war verschwunden und ich fühlte mich richtig frei.“
Der Applaus am Ende der Aufführung war für viele einer der emotionalsten Momente des gesamten Festivals. Dina beschrieb ihn als „ein richtig schönes Gefühl“, das gezeigt habe, „dass sich die ganze Arbeit gelohnt hat“. Hajar sprach sogar von einem „Gänsehautmoment, der die ganze Aufregung vergessen ließ“. Henriette erinnerte sich besonders an die Momente direkt nach dem Schlussapplaus und bezeichnet das Gefühl, die erste gemeinsame Ensemblearbeit vor Publikum präsentiert zu haben, als „fast wie elektrisierend“.
Auch die Atmosphäre am Otto-Nagel-Gymnasium blieb vielen in Erinnerung. Überall wurde geprobt, diskutiert und Theater erlebt. Marie beschrieb die Atmosphäre als „lebendig und kreativ“. Dina empfand das Festival als „sehr kreativ und offen“, während Rijalda besonders beeindruckt davon war, wie viele unterschiedliche Gruppen und Inszenierungen dort zusammenkamen.
Das Feedback der Jury war für unseren Kurs besonders lehrreich. Positiv hervorgehoben wurden die starken Bühnenbilder, die Wirkung einzelner Szenen und die Atmosphäre des Stücks. Gleichzeitig erhielten wir hilfreiche Verbesserungsvorschläge. Hajar betonte, dass die Jury „nicht bloß kritisiert, sondern richtig gute Tipps gegeben“ habe. Auch Rijalda empfand das Feedback als sehr wertvoll, da sie dadurch verstanden habe, „wie wichtig Reflexion für die eigene Weiterentwicklung ist“. Die Rückmeldungen halfen uns dabei, das Stück weiterzuentwickeln und neue Perspektiven für unsere Arbeit zu gewinnen.

Bei der Preisverleihung am 18. Februar kamen noch einmal alle teilnehmenden Schulen zusammen. Eine Live-Band sorgte für gute Stimmung und bildete einen gelungenen Abschluss des Festivals. Zwar gewannen wir keinen Preis, dennoch überwog bei vielen der Stolz auf das Erreichte. Wie Rijalda berichtete, habe jeder Einzelne „von Anfang bis Ende alles gegeben“. Auch Henriette hob hervor, wie besonders das Gefühl gewesen sei, gemeinsam etwas Großes auf die Beine gestellt zu haben.
Besonders deutlich wurde im Verlauf des Festivals der Unterschied zwischen Anfang und Ende. Zu Beginn waren viele noch unsicher, mussten sich an neue Abläufe gewöhnen und waren nervös vor der Aufführung. Am Ende standen wir selbstbewusst auf der Bühne, präsentierten unser Stück vor Publikum und Jury und konnten auf das zurückblicken, was wir gemeinsam geschaffen hatten. Marie stellte fest, dass sie inzwischen „viel sicherer auf der Bühne“ stehe als noch früher.
Insgesamt war das Theaterfestival 2026 für unseren Kurs eine intensive, spannende und wertvolle Erfahrung. Neben der eigentlichen Aufführung lernten wir, mit Druck umzugehen, uns auf neue Bedingungen einzustellen und als Gruppe zusammenzuarbeiten. Vor allem aber hat uns das Festival gezeigt, wie viel man gemeinsam erreichen kann. Die vielen Eindrücke, Herausforderungen und Erfolge werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.
Von Sophie und Lili
Theaterbesuch im Deutschen Theater „Mein Herz dein Bunker – 290 BPM“ (Dezember 2025)
Das Stück spielt in Berlin, Mitte der 90er Jahre in einem stillgelegten Schlachtbetrieb in Friedrichshain. Über 30 Jugendliche: Schauspieler*innen des jungen Ensembles des DT, von der Street University, Tänzer*innen aus der Nachwuchs-Company von Sasha Waltz und Artist*innen aus dem Zirkus Cabuwazi lassen ein längst verblasstes Lebensgefühl wieder aufleben und performen auf der Bühne. Es ist die letzte Aufführung des ersten Stückes von Paula Thielecke, die auch als Jugendliche am Deutschen Theater gespielt hat. Heute inszeniert sie selbst.

Die Inszenierung wirft Fragen nach gemeinsamen Werten auf, die Spielenden kommen aus Ost und West. Sie sind wie eine Familie, die sich nach Leben und vor allem Liebe sehnt. Konservative Kräfte wollen die Schließung des „Wursthofes“ – so nennen sie den Techno-Bunker. Aber sie schaffen das Unmögliche und bewahren ihn davor. Wir erleben gemeinsam eine Zeit, in der das Feiern so leicht und die Freiheit so scheinbar unbegrenzt war.
Die Musik für das Stück kommt von der Live DJ Chica Paul, die eingespielten Videosequenzen nehmen uns mit in die Berliner Clubszene der 90er Jahre und die 100minütige Darbietung zeigt die kreative Energie einer Stadt, die niemals schläft.
Allerdings erreicht das Techno-Wummern enorme Lautstärken und inhaltlich geht das Stück leider nicht in die Tiefe. Keine Tragik, teilweise flach und anstatt von Charakteren spielen hauptsächlich Stereotype. Trotz dessen nimmt uns die ganze Atmosphäre irgendwie mit und wir tauchen mit hinein in die Berliner Clubszene – vor allem durch die akrobatisch anmutenden Darbietungen – und wir – wir gehen am Ende mit ins rote Dämmerlicht.


Die Regisseurin Paula Thielecke kommt zum lang anhaltenden frenetischen Schlussapplaus mit auf die Bühne und wird vom Publikum und ihren Spieler*innen für ihr erstes Stück gefeiert.
Der WPU Kurs Theater Klasse 9 und Frau Dalichow
Führung im Berliner Ensemble (November 2025)
Am 27. November 2025, dem Internationalen Tag des Schultheaters, nahmen wir, der WPU-Theaterkurs Klasse 9 zusammen mit den Schüler*innen des Theaterkurses Q1 und Leistungskurses Deutsch Q1, gemeinsam an einer Führung durch das Berliner Ensemble teil, welches auch 1892 unter dem Namen Theater am Schiffbauerdamm einen internationalen Ruf besitzt.

Nach einer spannenden Einführung in die Geschichte des Hauses begaben wir uns in den fast leeren Zuschauerraum und setzten uns dort auf die roten Klappsessel, während Tontechniker des BE gerade eine Probe für die Abendaufführung durchführten. Unser Guide machte uns auf den eisernen Vorhang – eine Brandschutzwand – aufmerksam, der die Bühne vom Zuschauerraum trennt und im Notfall sofort heruntergelassen werden kann. Außerdem erzählte sie von der Kaiser-Loge, in der heute die Ton- und Lichttechnik sitzt. Sie lenkte unseren Blick hoch zu dem auffällig durchgestrichenen Preußenadler, der Teil der reichen barocken Ausstattung des Saales ist. Auf Anweisung von Bertolt Brecht wurde der Preußenadler mit dicker roter Farbe durchkreuzt.
Anschließend begaben wir uns auf die riesig wirkende Bühne, die schon mit dem für die Abendvorstellung bestückten Bühnenbild bereit stand. So durften wir von der Seite in den Zuschauerraum blicken und Fotos schießen: über uns der Schnürboden, unter uns die Drehbühne, die man aber auf der Bühne nicht sehen konnte, da sie für das aktuelle Stück nicht benutzt wird.


Die Unterbühne, die wir durch enge Gänge und steilen Stufen hinab erreichten, beherbergt die Maschinerie der Drehbühne. Unser Guide berichtet, wie die durchsetzungsstarke Helene Weigel – die Frau von Bertolt Brecht und eine sehr berühmte Schauspielerin – nach Karlshorst gefahren ist und die Hartgummiräder von sowjetischen T34-Panzern besorgte.
Wir kamen noch in den Genuss die Maskenbildnerei und den Fundus zu besichtigen, in dem unter anderem für jedes zu spielende Stück in fahrbaren weiß abgedeckten Garderobenwagen die passenden Kostüme bereit hingen.
Kurzweilig und interessant empfanden wir die Führung! Es lohnt sich, einmal hinter die Kulissen eines Theaters zu schauen!
Der WPU-Kurs Theater Klasse 9 und Frau Dalichow
Zwischen Bühne und Zerbrechlichkeit – „It’s Britney, Bitch!“ (November 2025)
Die wenigsten Theaterstücke haben nur eine einzige Schauspielerin. Unter den atemberaubenden Bühnenbild erzählt die Schauspielerin ganz allein von der Geschichte des jungen Popstars Britney Spears und ihren Problemen in der Beziehung zu ihrem Vater. Anderthalb Stunden lang führt Sina Martens ihren Monolog auf. Dabei zeigt sie nicht nur den Aufstieg der jungen Britney Spears, sondern auch die Schattenseiten von Ruhm, Medienrummel und Fremdbestimmung. Dazu nutzt sie Musik, Tanz und ihr unglaubliches Schauspieltalent. „It’s Britney, Bitch!“ wird in mehreren Städten Deutschlands gespielt, unter anderem in Duisburg, Essen und Berlin. Angeschaut habe ich mir das Stück am 10.11.2025 um 18 Uhr. Besonders beeindruckend ist, wie das Stück zwischen dem Glanz und der persönlichen Verletzlichkeit schwankt. Die Szenen wirken modern, energiegeladen und fast wie ein Konzert. Die Bühnenbilder unterstützen die ambivalente Atmosphäre und haben immer neue Überraschungen zu bieten. Besonders gut ist der kleine Raum der Bühne gelungen, aus dem Martens immer wieder passende Gegenstände wie Zigaretten etc. hinauskramt. Hervorzuheben ist, dass Britney nicht nur als Star, sondern auch als Mensch gezeigt wird. Es werden Themen wie öffentlicher Druck, Kontrollmissbrauch und Identität gezeigt. Diese regen zum Nachdenken an. Manche Szenen wirken schon fast zu chaotisch, was aber sehr gut zu der Schnelligkeit der Medien heutzutage passt. Gerade diese Mischung aus Unterhaltung und Kritik macht das Stück so besonders. Geeignet ist das Theaterstück für jeden, der sich für die Geschichte der jungen Britney interessiert und mehr über die dunkle Seite des Starlebens erfahren möchte. Kindern unter 10 Jahren ist das Stück jedoch nicht zu empfehlen aufgrund von Gewalt & Freizügigkeit. Insgesamt ist „It’s Britney, Bitch!“ mehr als nur ein normales Stück. Es ist eine Kritik an den Medien und der Gesellschaft sowie gleichzeitig eine Auseinandersetzung mit Freiheit. All das wird unterstützt durch Bühnenbilder, Licht, eingebrachte Lieder und einen krönenden Abschluss, der noch einmal alles zusammenfasst und zum Nachdenken anregt. Eine kritische und zugleich schöne Aufführung.
Von Timon