Schule ohne Rassismus / Schule mit Courage

Seit dem 24. April 2004 trägt unsere Schule den Titel Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage. Unsere Paten sind Jan Hofer, Chefsprecher der Tagesschau und Moderator,  und Joachim Zeller, Abgeordneter des Europaparlaments. Zum Selbstverständnis einer Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage gehört:

  • Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe meiner Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden.
  • Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsame Wege finden, einander künftig zu achten.
  • Ich setze mich dafür ein, dass an meiner Schule einmal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierungen durchgeführt wird, um langfristig gegen jegliche Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, vorzugehen.

In den letzten Jahren haben wir uns mit den verschiedensten Themen und Projekten wie politischer Extremismus, Integrationsprobleme, Einführung von Fair Trade-Produkten in der Cafeteria, Wasser etc. beschäftigt.

Unser Selbstverständnis 10 Jahre Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage
Jubiläum 10 Jahre Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Stolpersteine – eine Ehrung der Helden

Was sind Stolpersteine – unsere Arbeit seit 2001

Für Cora Berliner

Illya, Isabelle und Kassem lasen die Biografie vor.
Cora Berliner wurde am 23. Januar 1890 als jüngstes von fünf Kindern in Hannover geboren.  ….

1939 unternahm sie eine letzte Reise nach Schweden, um dort 400 jüdische Menschen in Sicherheit zu bringen. Cora Berliner selbst konnte sich nicht mehr retten. Zusammen mit den anderen leitenden Mitarbeitern der  „Reichsvereinigung der Juden in Deutschland“ wurde sie am 24. Juni 1942 von
Königsberg aus Richtung Osten deportiert. Hier kann man unsere Recherchen zum Leben von Cora Berliner nachlesen. Wer war Cora Berliner?

Acelya – Warum ich Cora Berliner ehre?
Cora Berliner ist uns auch heute noch ein großes Vorbild und das aus den unterschiedlichsten Gründen.
Uns beeindruckt vor allem ihr soziales Engagement. Sie war eine Frau, die nie an ihr eigenes Wohl dachte. Sie war stets um das Wohl anderer Menschen besorgt. Bereits im Alter von 15 Jahren wurde sie Mitglied der „Jüdischen Bahnhofshilfe“, die jüdische Flüchtlinge aus Russland während ihres Aufenthalts auf deutschen Bahnhöfen unterstützte. Sie war Wegbereiterin der sozialen Arbeit und setzte sich für die Errichtung eines Seminars zur Ausbildung von Kindergärtnerinnen ein.

Für Efim Schachmeister

Am 19. März 2014 haben die Schülerinnen und Schüler der 9E die Stolpersteinverlegung für den Jazzmusiker Efim Schachmeister und seinen Vater Schevel Schachmeister in der Hauptstraße 5 gestaltet.

Mit diesem Stolperstein wollen wir Efim Schachmeister ehren, wollen dafür sorgen, dass er nie vergessen wird. Wir gedenken seiner und auch seines Vaters Schevel, der ebenfalls in der Emigration in Buenos Aires starb. An dem heutigen Tag legen Rosen nieder, um unsere Verbundenheit mit ihnen zu zeigen.

Stolpersteine für Efim und Schevel Schachtmeister

Wir haben uns in einem Workshop mit der Musik zur Zeit von Efim Schachmeister beschäftigt. Am meisten hat mich fasziniert, welch unterschiedliche Musik damals gespielt wurde: Swing, Jazz, Schlager wie die der Comedian Harmonists, jüdische Musik aus Osteuropa,. Dass es so viele unterschiedliche Kulturen gab, hätte ich nicht gedacht. Heute haben wir auch wieder diese Vielfalt. Ich könnte nicht leben ohne die ganze vielfältige Kultur um mich herum.

Efim Schachmeister war ein bekannter Berliner Musiker, der den „deutschen Jazz“ in den 20er und beginnenden 30er Jahren des letzten Jahrhunderts prägte und ein berühmtes Orchester leitete. Als Jude und Jazzmusiker war er den Nazis, den neuen Machthabern ab 1933, doppelt verhasst. Um sein Leben zu retten, verließ er frühzeitig Deutschland. … Weiterlesen über Efim Schachmeister

Warum unsere Gruppe Efim Schachmeister ehrt?

Efim Schachmeister ist für uns ein großes Vorbild, weil er schon als Jugendlicher mit Ausdauer und Ehrgeiz das Ziel verfolgte, ein großer Musiker zu werden. Er widmete sein Leben der Musik und vereinigte die unterschiedlichsten Musikrichtungen. Er war ein Beispiel für die multikulturelle Vielfalt und Einzigartigkeit Berlins.

Amelie und Jörn aus dem Abiturjahrgang spielten Kompositionen von Efim Schachmeister sowie ein für diesen Anlass komponiertes Stück. Zu unserer großen Freude nahmen auch die Großneffen Carlos und Roberto Spierer an der Zeremonie teil.

Sophia, Ricarda, Nurcan und Lilly haben seine Biografie, die die Schülerinnen und Schüler der 9E anhand von Archivmaterial und privaten Dokumenten der Familie erarbeitet haben, vorgetragen.

Für Charlotte und Heinz Behrend

Am Mittwoch, 24. Juni 2015, wurden zwei Stolpersteine in der Mendelssohnstraße 3 zu Ehren von Charlotte und Heinz Behrendt verlegt.

Das Ehepaar wurde während der Zeit des Zweiten Weltkrieges von den Nationalsozialisten verfolgt. Charlotte verschwand für immer, Heinz überlebte und zog nach Israel. Nach dem Krieg sagte Heinz Behrendt vor Gericht gegen SS-Mitglieder aus.
Wir Schüler der Klasse 9B haben das Leben des Ehepaars erforscht und mit der AG Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage die Verlegung des Stolpersteins begleitet. Mit den Blumen, den Kerzen, den Bildern und der Musik erwiesen wir dem Ehepaar unsere Ehre und brachten sie in unser aller Erinnerung.